Über den Virus haben wir schon vor einer Woche berichtet. Die Frage die sich allerdings stellte war jene - wir werde ich diesen wieder los? Wir zeigen euch, (via Bild) wie man diesen bösartigen Virus an dem sich selbst viele Antiviren-Programme die Zähne ausbeißen, wieder vom Handy entfernt.
Basics
Der Schädling mit Namen „AndroidOS.OBAD“ ist vielseitig. Er schleust sich entweder über eine befallene App ein oder verbirgt sich hinter Weblinks, die per SMS oder Mail an das Android-Smartphone geschickt werden. Um die schädlichen Aktionen unbemerkt durchführen zu können, nutzt der Android-Trojaner einen Fehler im Modul DEX2JAR, mit dem sich APK-Dateien (Apps) in das JAR-Format (Java Archive) konvertieren lassen. Zudem nutzt der Schädling eine Fehler im Android-Betriebssytem aus, das sich um die Verarbeitung von AndroidManifest.xml-Dateien kümmert, das auf jedem Android für die App-Struktur und die Startbefehle zuständig ist.
• Erster Hinweis: Der Nutzer soll plötzlich der Installation einer App zustimmen. In vielen Fällen denken arglose Nutzer aber nicht an einen Virus und lassen die App gewähren.
• Zweiter Hinweis: Das Programm fordert „Geräte-Administrator-Rechte“ ein – wer jetzt einwilligt, hat kaum eine Chance, den Virus auf herkömmlichem Weg wieder loszuwerden!
Die vielleicht zunächst interessanteste Frage - wie stelle ich die Infektion fest?
Im allgemeinen versteckt sich der Virus und die App ist auf dem Handy nicht zu finden. Erst wer den Schaden hat, bemerkt die Infektion auf folgende Arten:
bei teuren Premium-SMS auf der Telefonrechnung oder extremen Veränderungen bei Geschwindigkeit und Datenhunger des Handys - es purzeln buchstäblich die zur Verfügung stehenden Datenmengen.
Was macht den Virus derart gefährlich?
Christian Funk, Antiviren-Experte beim Sicherheits-Spezialisten Kaspersky:
Mit den Geräte-Administrator-Rechten übernimmt die Software praktisch die volle Kontrolle über das Handy! Das Programm lässt sich weder deinstallieren noch blockieren oder kontrollieren und kennt zudem fast alle Sicherheitslücken des Android-Systems.
So lange das Smartphone mit dem Mobilfunknetz verbunden ist, können Cyberkriminelle es praktisch fernsteuern. Selbst viele Antiviren-Programme sind machtlos: Große Programmteile des Codes sind verschlüsselt und können kaum erkannt werden.AndroidOS.OBAD“ rafft zunächst alle möglichen Daten zusammen: Kontakte, Telefonnummern, Nutzerdaten, Standort – alles was den Cyberkriminellen nützen könnte. Der Virus kann auch teure Premium-SMS versenden, Schadsoftware per Bluetooth an Handys in der Nähe verteilen und sogar Werbe-Links automatisch anklicken. Es handelt sich um einen sehr mächtigen Schädling, der alle Ressourcen des Smartphones ausnutzt. Selbst wenn die Polizei den Kontroll-Computer der Gauner findet und lahm legt, nützt es wenig: Eine SMS – und schon liefert das Smartphone seine Daten an einen anderen Rechner.
Wie werde ich diesen Schädling wieder los?
Das Smartphone an einen PC anschließen und wichtige Daten sichern. Keine Angst: Der Virus kann den Heim-Rechner nicht befallen.
Danach in den Einstellungen den Punkt „Sichern und Zurücksetzen“ suchen und dort „Auf Werkseinstellung zurücksetzen“.Das Smartphone wird nun neu starten. Der Virus sollte mit allen anderen Daten gelöscht sein.Mit seiner Mail-Adresse beim Smartphone anmelden und die Daten vom PC zurückspielen.
Somit dürfte das Problem gelöst sein.
Es ist immer angebracht, auf Android-Handys eine Antiviren-Software zu installieren (beispielsweise Kaspersky oder Avast).
(via bild, Kaspersky)

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